Was ist Leasing?

Was ist Bonität?

Leasingverträge haben ähnlichen Charakter wie Mietverträge. Von der Miete unterscheidet sich Leasing

durch die Tatsache, dass die mietvertraglich geschuldete Wartungs- und Instandsetzungsleistung bzw. der Gewährleistungsanspruch auf den Leasingnehmer umgewälzt wird.

Dies geschieht im Austausch gegen die Abtretung der Kaufrechte seitens des Leasinggebers und die Finanzierungsfunktion beim Leasing. Der Leasingnehmer trägt hierbei die Sach- und Preisgefahr. Leasingverträge sind somit „atypische“ Mietverträge. Daher ist der Begriff Mietkauf als Synonym für Leasing üblich, obwohl beim Mietkauf auch das Eigentum auf den Käufer übergeht.

Nach Ende des Leasingvertrages geht das Leasinggut an den Leasinggeber zurück oder wird an den Leasingnehmer veräußert . Auch eine Verlängerung des Leasingvertrages ist in den meisten Fällen möglich. Die Klientel von Leasingfirmen besteht aus Gewerbetreibenden und Privatkunden, diese jedoch hauptsächlich im Bereich Kfz-Finanzierungen.

Man unterscheidet das Finanzierungsleasing und das Operative Leasing. Während Finance-Leasing die Miete sowie eine Kaufoption umfasst, bezieht sich Operate-Leasing nur auf die Miete.

Für den Leasingnehmer bietet Leasing folgende Vorteile:

Die Liquidität wird geschont (es findet jedoch ein kontinuierlicher Liquiditätsabfluss statt).

Die Leasingraten sind als Betriebsausgaben steuerlich voll absetzbar. Voraussetzung: steuerliche Zurechnung laut §39 AO des Leasing-Objekts auf den Leasinggeber unter Berücksichtigung der Leasingerlasse, die die Finanzverwaltung auf der Basis der Rechtsprechung des BFH erlassen hat. Leasing ist nur steuerlich akzeptiert, wenn kein automatischer Eigentumserwerb des Leasingnehmers stattfindet, sonst wertet das Finanzamt das Leasing als versteckten Abzahlungskauf.

Leasing ist für ein junges Unternehmen nur sinnvoll, wenn es Gewinn erwirtschaftet, damit es seine Steuerlast mindern kann. Zwar ist ein Verlustvortrag möglich, der zahlt sich aber nur aus, wenn das Unternehmen die Gewinnzone erreicht. Leasing ist nachteilig, wenn ein junges Unternehmen vor Erreichen der Gewinnzone in Insolvenz geht.

Leasing ist bilanzneutral: Steuerrechtlich einwandfreie, d. h. entsprechend den Leasingerlassen gestaltete Leasingverträge, mit dem Recht der Aktivierung beim Leasinggeber, sind grundsätzlich bilanzneutral und erscheinen somit nicht in der Bilanz des Leasingnehmers, der lediglich die Leasing- bzw. Mietaufwendungen in seiner Gewinn- und Verlustrechnung als Betriebsausgaben verbucht. Der Leasinggeber aktiviert die Leasinggegenstände als Anlage- bzw. Vermietvermögen und schreibt sie gemäß den AfA-Zeiten ab.

Die Leasingkosten sind periodisch wiederkehrende Zahlungen, die parallel zur Nutzung des Leasingobjekts anfallen.

Die periodischen Leasingzahlungen dienen der innerbetrieblichen Planung als sichere Kalkulationsgrundlage.

Die Vorteile von Leasing schaffen Möglichkeiten für betriebliche Innovationen und Rationalisierungen.

Evtl. geringere Einstandspreise werden in Leasingraten weitergegeben.

Direktes Leasing / Herstellerleasing: Der Hersteller des Leasinggutes ist der Leasinggeber. Diese Konstellation findet allerdings in der Praxis so keine Anwendung. In der Regel unterhalten Hersteller eigene Leasinggesellschaften als Tochterunternehmen. Über diese wird eine Art „Herstellerleasing“ realisiert. Ein typisches Beispiel hierfür sind die Leasinggesellschaften der großen Automobilhersteller.

Indirektes Leasing: Der Leasinggeber ist nicht der Hersteller des Leasinggutes. Er ist eine rechtlich selbständige Leasinggesellschaft, die einem Leasingnehmer ein bestimmtes Leasingobjekt zur Nutzung überlässt (Dreiecksbeziehung). Der Leasinggeber finanziert das Leasingobjekt und bezieht aus der Finanzierung seinen Gewinn.

Null-Leasing: Die Leasingraten enthalten keinen Aufwand für Zinsen und laufende Kosten. Diese Leasingart wird in der Automobilbranche als ein Instrument der Absatzförderung verwendet. Die nicht gedeckten Kosten werden von Händlern bzw. Herstellern übernommen.

Finanzierungsleasing:

Vollamortisation: In diesem Fall werden innerhalb der vereinbarten Laufzeit die Anschaffungskosten des Leasinggegenstandes und die Zinsen vollständig bezahlt, es erfolgt jedoch kein Eigentumsübergang. Der geleaste Gegenstand hat immer noch einen geringen Restwert.

Teilamortisation (Restwert-Leasing): Der Leasingnehmer bezahlt einen Teil der Anschaffungskosten in Raten. Nach Auslaufen des Vertrages (Vertragsende) stehen dem Leasingnehmer folgende Möglichkeiten offen. Anschlussleasingvertrag auf Basis des Restwertes, den Leasinggegenstand zum Restwert kaufen oder den Leasinggegenstand an die Leasing-Gesellschaft zurückzugeben. Dadurch dass bei der Teilamortisation nicht der Leasinggegenstand gänzlich abbezahlt werden muss, sind die Leasingraten bei identischer Laufzeit billiger als bei der Vollamortisation. Bei gleichen Raten hat der Vollamortisationsvertrag eine längere Laufzeit als der Teilamortisationsvertrag.

Depot-Leasing: Hierbei handelt es sich um eine Sonderform des Restwertleasings. Schon bei Vertragsbeginn wird der Restwert exklusive Umsatzsteuer in Form eines Depots hinterlegt. Durch diese Hinterlegung reduziert sich die monatliche Leasingrate.

Ratensenkung durch Vorauszahlung: Viele Leasingunternehmen geben ihren Kunden weiter die Möglichkeit die Leasingraten durch eine einmalige Vorauszahlung zu reduzieren.